Kirchen

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Wenigumstadt

Zur Geschichte der Kirche St. Sebastian Wenigumstadt

Am 04.08.1903 wurde nach dreijähriger Bauzeit unsere neue Kirche eingeweiht. Jahrzehnte des Notbehelfs, des Planens und des Streitens um den geeignetsten Bauplatz waren endlich vorbei. Die Pläne für die Kirche hatte der Stiftstechniker Ignatz Henfling aus Aschaffenburg gefertigt. Ein knapp 50 m hoher Sandsteinturm mit einem schlanken schiefergedeckten Helm wurde zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen Wenigumstadts. Damals lag die Kirche noch außerhalb des Ortes. Roter Sandstein aus Freudenberg und Mömlingen wurde für die Außenmauern verwendet.

Das Innere und seine Ausstattung

Das helle Kirchenschiff mit den rotgestrichenen Fensterlaibungen, Pfeilern, Rippen und Gewölbegurten ist klar gegliedert. Das Auge des Betrachters kann leicht Ziel- und Ruhepunkte finden. Große Spitzbogenfenster tauchen den Raum in ein warmes Licht. Alle Fenster stammen noch aus der Erbauungszeit der Kirche. Sie wurden von der Firma Oidtmann aus Linnich bei Aachen geliefert. Szenische Darstellungen und reiche Architekturelemente an den Fenstern des Querhauses und des Chorraumes und Butzenscheiben an den übrigen Fenstern betonen den gotisierenden Stil des Gotteshauses. Die Bildfenster im Querhaus zeigen die Ausgießung des Heiligen Geistes und die Heilige Familie. Im Chor sind die Verkündigung durch Gabriel und die Anbetung des göttlichen Kindes durch die Weisen aus dem Morgenland dargestellt. Die Ausmalung des Kircheninneren besorgte damals der Maler Gotthold J. Rettinger aus Aschaffenburg, der schon 20 Jahre zuvor an der Nothelferkapelle und am Ottilienbildstock in Wenigumstadt gearbeitet hatte. Altäre und Kanzel mit reich verziertem Gesprenge gestaltete der Bildhauer Jakob Rothernund aus Nürnberg. Heiligenfiguren und Kruzifixe, vielfach von frommen Bürgern der Gemeinde gestiftet, kamen aus den Werkstätten der Brüder Heinz und Matthäus Schiestl aus Würzburg, von den Bildhauern Arthur Schleglminnig aus Würzburg, Josef Rifesser aus St. Ulrich in Südtirol und Georg Busch aus Steinheim.

1952/53 wurde die Kirche zum erstenmal renoviert. Dabei hat man die reiche Bemalung Rettingers vollständig abgewaschen, Kanzel und Hauptaltar stark verändert, das mittlere Chorfenster zugemauert und die Figuren aus den Schreinen der Seitenaltäre entfernt und durch andere ersetzt. Die Leitung der Restaurations- und Umgestaltungsarbeiten im nüchternen Geist der Nachkriegszeit hatte der 1895 in Wenigumstadt geborene und bis zu seinem Tod 1967 in Würzburg lebende akademische Maler Willy Jakob.

Bei einer erneuten Restaurierung wurde 1975 der Chorraum umgestaltet. Das mittlere Chorfenster ist seit dieser Zeit wieder sichtbar, und das Chorbogenkreuz wurde tiefer gehängt. Ein neuer Zelebrationsaltar und ein Ambo wurden im Chorraum aufgestellt und von Bischof Josef Stangl am 31.05.1975 geweiht. Die Heiligenfiguren, die dem veränderten Zeitgeschmack der fünfziger Jahre hatten weichen müssen, sind bei der 1993 abgeschlossenen jüngsten Renovierung unter der Leitung des Architekten Joachim Kaupp aus Aschaffenburg wieder aufgestellt worden. Sie geben dem Kirchenraum ein wenig von dem ursprünglichen Zauber zurück und machen St. Sebastian Wenigumstadt zusammen mit dem kostbaren mittelalterlichen Tafelbild der Vierzehn Nothelfer und den 14 wertvollen alten Statuen zu einem besuchenswerten Kleinod im Bachgau.

Zu den Kunstwerken unserer Kirche

Zelebrationsaltar und Ambo, von dem Künstler Julian Walter aus Vasbühl 1975 in modernen Formen aus afrikanischem Holz geschnitzt (10), passen sich auch in der Farbgebung gut dem Chorraum an. Im Chorbogen über dem Altar zieht ein Kreuz (9) die Blicke auf. sich. Es ist eine anrührende Arbeit des Bildhauers Arthur Schleglminnig aus Würzburg und wurde 1902 für das neue Gotteshaus geliefert.

An der östlichen Stirnwand des Querhauses hängt das bedeutendste Kunstwerk der Wenigumstädter Kirche, das Nothelferbild. Das spätgotische Tafelbild in den Maßen 0,91 m x 1,67 m, auf Tannenholz gemalt, ist ein beeindruckendes Zeugnis harmonischer Ausgewogenheit und symbolhafter Darstellung. In fein aufeinander abgestimmten Farben sind hier 15 erwachsene Personen auf engem Raum so meisterlich angeordnet, dass für den Beter der damaligen Zeit jeder der Nothelfer durch Kleidung und Attribute leicht aufzufinden war. Mittelpunkt des Nothelferbildes ist Maria als Himmelskönigin auf der Mondsichel stehend mit dem Jesuskind auf dem Arm.

Der unter dem Tafelbild der Vierzehn Nothelfer stehende Taufstein (5) aus rotem Sandstein wurde nach einem Entwurf Rothermunds von dem Pflaumheimer Steinmetzen Ritter gearbeitet. Den Deckel aus Eichenholz gestaltete Rothermund.

Im westlichen Querhaus  hängt eine ausdrucksstarke Kreuzigungsgruppe (6) der Brüder Heinz und Matthäus Schiestl aus Würzburg. Bis 1975 waren die 3 Figuren als Missionskreuz den Witterungseinflüssen an der Aussenwand neben dem Turm ausgesetzt gewesen. Die Schiestl-Brüder statteten das neue Gotteshaus in den Jahren 1903 – 1907 mit mehreren qualitativ hochwertigen Heiligenfiguren aus, so die Herz-Jesu-Statue (7), den heiligen Franz von Assisi (8), den heiligen Josef (18), der jetzt oben auf der Empore an der Südwand der Kirche angebracht ist und Jesus am Ölberg (19) mit dem ihn stärkenden Engel außen neben dem Zugang zur Empore . Eine Herz-Mariä-Figur aus der Werkstatt der Schiestl- Brüder, die ebenfalls zur Erstausstattung der Kirche gehört hatte, ist so stark beschädigt, dass sie nicht mehr in der Kirche aufgestellt werden konnte. Auf dem zugehörigen Postament aus gleicher Hand steht jetzt die Lourdes-Madonna Rifessers. Die Kreuzwegstationen, von Gotthold J. Rettinger für den Kirchenneubau gemalt, hängen heute in modernen Rahmen an den Seitenwänden des Kirchenschiffes. Die Apostelleuchter darunter sind Anschaffungen aus dem Jahr 1993.

Über dem ehemaligen Eingang an der Westseite, in dem jetzt der Beichtstuhl untergebracht ist, sieht man die Taufe Jesu durch Johannes und die Schrift: Er nimmt hinweg die Sünden der Welt. In der gewölbten Vorhalle unter dem Turm ist vor Jahren eine Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewalt eingerichtet worden. Ihr Mittelpunkt ist die Schmerzhafte Muttergottes aus der Zeit. um 1750. Dieses Vesperbild wurde aus der alten Kirche übernommen.

Seit der Renovierung 1952/53 steht im Schrein vor einem drapierten Vorhang eine wertvolle wunderschöne gotische Madonna (3). Sie soll nach der Überlieferung aus Schaafheim nach Wenigumstadt gekommen sein, als dort die Reformation eingeführt worden war. Die Maria aus der Zeit 1490 steht auf einer Mondsichel und trägt in der rechten Hand ein Zepter. Das Jesuskind auf dem linken Arm spielt mit einer Weintraube. Der Künstler dieses anmutigen Werkes ist nicht bekannt. Die Madonna wurde früher bei sakramentalen Prozessionen mitgetragen, sie war vor 1953 nicht in der Kirche aufgestellt. Hinter den Säulen unter der Mensa des linken Seitenaltares (3) liegt die fast lebensgroße Figur des Christus im Grabe von dem Altarbauer und Bildhauer Josef Rifesser St. Ulrich in Südtirol.

Der rechte Seitenaltar (4) ist dem heiligen Josef geweiht. In seinem Schrein befand sich ursprünglich die Sterbeszene Josefs (14), die 1993 an der südlichen Stirnwand unter der Empore angebracht wurde. Ein zu einem Hl. Josef umgearbeiteter Antonius.

Zur Deutung der Gemälde

Der Chorbogenmalerei liegt ein theologisches Konzept zu Grunde.  Oben ist Christus als Weltenherrscher, der ihr Anfang und ihr Ende ist und die Menschheit durch sein Leiden und Sterben erlöst hat. Ihm am nächsten, die Hände ihm entgegenstreckend, knien seine Mutter und Johannes, der auf den hinweist, der nach ihm kommen wird. Elisabeth als Sinnbild tätiger Nächstenliebe und Wendelin als Vertreter und Heiliger des Landvolks gehen ihm ebenso entgegen wie der Diözesanschutzheilige Kilian und der Orts- und Kirchenpatron Sebastian.

Orgel

Auf der Empore steht seit 1985 eine mechanische Schleifladenorgel mit 30 Registern, die von der Orgelbaufirma Vleugels in Hardheim gebaut wurde. Der imposante, vergoldete, etwa100 Jahre alte Orgelprospekt ist aus der katholischen Pfarrkirche Waibstadt übernommen worden.

Zu den Glocken

Das erste Geläute in den Tönen es, ges, as und  b, von der Glockengießerei Anton Klaus aus Heidingsfeld 1903 geliefert, wurde 1917 vom Turm geholt und eingeschmolzen. Zwei Jahre später wurden eine Bronzeglocke und drei Stahlglocken von der Firma Apolda, Thüringen angeschafft.  Die Bronzeglocke fiel dann dem 2. Weltkrieg zum Opfer. Die Glocken, die heute vom Turm von Sankt Sebastian zu den Gottesdiensten rufen, haben die gleiche Stimmung wie das ursprüngliche Geläute und wurden 1961 in der Gießerei Otto in Bremen-Hemelingen gegossen. Die Christkönigsglocke hat ein Gewicht von 1350 kg, die Glocke, die der Schutzmantelmadonna geweiht ist, wiegt 800 kg, die St. Josefsglocke 575 kg und die St. Sebastianglocke 400 kg.